Neuer Rollstuhl-Tarifvertrag ab 2018

Nach über acht Jahren Verhandlung mit den Versicherungen wird am 1.1.2018 nun definitiv der neue Rollstuhl-Tarifvertrag in Kraft treten. Es wird sich einiges ändern. Soviel vorweg: Es ist noch zu früh um alle Änderungen im Detail zu kommentieren. Auch kann nur darüber spekuliert werden, wie und wie stark es sich auf die Behinderten auswirken wird. Doch eines dürfte schon jetzt klar sein. Die Versicherungen wollen Geld sparen. Dies dürfte sich negativ auf eine vollumfängliche  Rollstuhlversorgung auswirken. 

 

Was ändert sich:

Bis anhin finanzierte sich der Fachhandel durch die Marge beim Verkauf eines Rollstuhles. Der Zeitaufwand für eine Beratung vom ersten Kundenkontakt bis zur Ablieferung des Rollstuhles war mit dieser Marge abgedeckt. Da diese Marge im Vergleich zu anderen Produkten (Auto, Fahrräder usw.) relativ hoch war, konnte auch bei sehr komplexen Abklärungen genug Zeit investiert werden.

 

Diese Praxis wird nun ab 2018 geändert. Das heisst, die Marge bei den Rollstühlen fällt weg und es wird dem Fachhandel durch die Versicherungen eine Pauschale in der Grösse des Einkaufspreises ausbezahlt. Neu wird aber in dieser Pauschale eine maximale Beratungszeit mit einberechnet. Somit verdient der Fachhandel nicht mehr am Produkt selber, sondern an der Beratung welche der Kunde erhält. 

 

Berechnungsgrundlage:

Diese Pauschalen wurden in Zusammenarbeit zwischen den Versicherungen und dem Fachhandel/Hersteller berechnet. Die Berechnungsgrundlage für die Höhe der Pauschale sind verschieden Rollstuhl-Typen, welche auf dem Markt erhältlich sind. Anhand von diesem Produkte-Mix wurde ein Mittelwert definiert. 

 

Fazit:

Die Firma Max Jung AG geht zum heutigen Zeitpunkt davon aus, dass sich diese Änderung der Praxis auf alle Beteiligten negativ auswirken wird. Somit werden die Hersteller und Importeure die Preise anpassen müssen. Der Fachhandel wird bei der Beratung weniger Zeit aufwenden können (weil maximale Beratungszeit definiert wurde). Und nicht zu letzt wird auch der Behinderte die Auswirkungen spüren. Wer in Zukunft einen Ferrari haben will, wird auch selber etwas dafür bezahlen müssen.  

 

Wir sind gespannt über diese Änderung der Praxis und blicken trotzdem positiv auf den Jahreswechsel.

 

Roland von Niederhäusern

Inhaber Max Jung AG

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